Case Management in der Pflege: Was macht ein Case Manager?
Autor: Kathlen EisenmengerVeröffentlicht am 29. Juli 2026
Das Wichtigste in KürzeCase Management ist ein strukturiertes Verfahren, mit dem komplexe Versorgungssituationen bedarfsgerecht gesteuert werden, zwischen Pflege, Medizin, Sozialdiensten und Kostenträgern. Ein Case Manager koordiniert diese Versorgung im Einzelfall und übernimmt dabei Verantwortung über Berufsgrenzen hinweg. Der Case-Management-Prozess gliedert sich in sechs Phasen: Clearing, Assessment, Hilfeplanung, Durchführung/Koordination, Monitoring und Evaluation. Beim Gehalt zeigt sich je nach Quelle, Einrichtung und Erfahrung eine Spanne von rund 43.000 bis 55.000 € brutto im Jahr, das entspricht etwa 3.700 bis 4.600 € brutto im Monat (jobvector).Der Zugang zum Beruf erfolgt meist über eine Berufsausbildung in Pflege oder Sozialer Arbeit plus eine Case-Management-Weiterbildung nach dem Qualifikationsrahmen der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC), mit üblicherweise 192 bis 216 Unterrichtseinheiten.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Case Management? Eine Definition
Case Management und Fallmanagement: Wo liegt der Unterschied?
Berufsbild: Die Rolle des Case Managers in der Pflege
Aufgaben eines Case Managers: Der Case-Management-Prozess
Was verdient ein Case Manager? Gehalt im Überblick
Wie wird man Case Manager? Voraussetzungen und Weiterbildung
Case Management in der Pflege: Warum sich die Weiterbildung lohnt
Häufige Fragen zum Case Management
Der Pflegealltag wird komplexer: mehr Schnittstellen, mehr Beteiligte, mehr Koordinationsaufwand zwischen Krankenhaus, Pflegeeinrichtung, Angehörigen und Kostenträgern. Genau hier setzt Case Management an. Aber was steckt hinter dem Begriff, und was macht ein Case Manager in der Pflege konkret? Dieser Beitrag gibt Dir einen kompakten Überblick über Definition, Rolle, Aufgaben und Gehalt.
Was ist Case Management? Eine Definition
Case Management ist ein strukturiertes Verfahren, mit dem der individuelle Hilfebedarf eines Menschen erfasst, geplant, koordiniert und überprüft wird. Zweck des Case Managements ist es, die Versorgung bedarfsentsprechend zu gestalten und vorhandene Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Der Mensch steht dabei im Mittelpunkt. Case Management fördert außerdem ausdrücklich die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Betroffenen: Es geht um Unterstützung, nicht um Bevormundung. Der Case-Management-Prozess verbindet dabei die Perspektive des Einzelfalls mit der Steuerung des gesamten Versorgungsgefüges. Es geht sowohl um die konkrete Lebenssituation einer pflegebedürftigen Person als auch um die Organisation innerhalb einer Einrichtung und im regionalen Versorgungssystem.Zur Einordnung lohnt ein Blick auf die Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC), die für den Beruf einen anerkannten Qualifikationsrahmen und verbindliche Standards entwickelt hat. Case und Care Management werden dort als professionelle Handlungsansätze verstanden, die unterschiedliche Professionen und Organisationen einbeziehen und in Bereichen wie Gesundheitswesen, Pflege und Sozialer Arbeit eingesetzt werden.
Case Management und Fallmanagement: Wo liegt der Unterschied?
In der Praxis werden Case Management und Fallmanagement oft synonym verwendet. Eine trennscharfe Unterscheidung zwischen beiden Begriffen existiert im deutschsprachigen Raum bislang nicht einheitlich. Beide Begriffe beschreiben einen strukturierten Prozess zur Unterstützung von Menschen mit komplexem Hilfebedarf. Der Fokus liegt darauf, individuelle Hilfepläne regelmäßig zu überprüfen und an die tatsächliche Lebenssituation anzupassen. Eine effiziente Ressourcennutzung ist dabei in beiden Ansätzen ein zentrales Ziel. Für den Pflegealltag ist die genaue Abgrenzung meist zweitrangig. Entscheidend ist das gemeinsame Ziel: eine bedarfsgerechte, gut koordinierte Versorgung.Auch zur Pflegeberatung nach § 7a SGB XI lässt sich Case Management abgrenzen. Pflegeberatung konzentriert sich auf die Beratung einzelner Pflegebedürftiger und Angehöriger, während Case Management darüber hinaus den gesamten Versorgungsprozess und alle beteiligten Leistungserbringer steuert.
Berufsbild: Die Rolle des Case Managers in der Pflege
Case Manager übernehmen in Pflegeeinrichtungen, Kliniken und im ambulanten Bereich eine steuernde Funktion. Sie sind erste Anlaufstelle für Patienten, Pflegebedürftige, in der Fachsprache oft auch als Klienten bezeichnet, und deren Umfeld, wenn es um komplexe Versorgungssituationen geht. Dabei agieren sie oft als zentraler Lotse, der die Effizienz im Hilfe- und Versorgungsnetzwerk erhöht, und steuern die individuelle Fallsituation bedarfsorientiert: von der Behandlung im Krankenhaus über die Koordination der Leistungsprozesse bis zur Betreuung zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung.Damit ist die Rolle deutlich mehr als reine Verwaltung. Case Manager übernehmen Verantwortung für die Versorgungssteuerung im Einzelfall und tragen auch in besonders komplexen Lebenslagen zur Qualität der gesamten Patientenversorgung bei. Sie handeln dabei im Rahmen konkreter Sozialgesetzbücher (SGB), rechtliche Grundkenntnisse sind entsprechend Teil des Berufsbilds. Genau darin liegt die Bedeutung des Berufs: Case Manager sorgen dafür, dass komplexe Versorgung nicht an Schnittstellen zwischen Pflegekräften, Ärzten, Sozialdiensten, Kostenträgern und Angehörigen scheitert.
Aufgaben eines Case Managers: Der Case-Management-Prozess
Die Aufgaben eines Case Managers orientieren sich an einem mehrphasigen Prozess, der sich nicht zufällig am klassischen Pflegeprozess orientiert.
Clearing: Erste Klärung, ob und in welchem Umfang Case Management für eine Person sinnvoll ist.
Assessment: Systematische Bedarfsanalyse der individuellen Lebenssituation.
Hilfeplanung: Entwicklung eines individuellen Versorgungsplans gemeinsam mit der betroffenen Person.
Durchführung und Koordination: Organisation und Steuerung der beteiligten Dienste, Professionen und Einrichtungen. Das eigentliche Herzstück der täglichen Arbeit.
Monitoring: Laufende Begleitung und Anpassung des Hilfeplans an veränderte Bedarfe.
Evaluation: Bewertung, ob die Versorgung ihr Ziel erreicht hat.
Für die tägliche Arbeit braucht es dafür vor allem drei Dinge: ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Organisationstalent und Verhandlungsgeschick zwischen ganz unterschiedlichen Beteiligten im Versorgungsgefüge, immer mit dem Ziel, die vorhandenen Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Methodisch stützt sich die Arbeit dabei unter anderem auf Netzwerkarbeit (Networking) mit den beteiligten Diensten und auf die Anwendung strukturierter Assessmentverfahren.
Was verdient ein Case Manager? Gehalt im Überblick
Beim Gehalt zeigt sich eine deutliche Spannbreite, abhängig von Einrichtung, Region, Berufserfahrung und Tarifbindung. Mehrere aktuelle Gehaltsanalysen (Stand 2026) ordnen das Case-Manager-Gehalt in Deutschland in etwa zwischen 43.000 € und 55.000 € brutto im Jahr ein, was einem Bruttomonatsgehalt von rund 3.700 € bis 4.600 € entspricht (jobvector,jobvector Case Management, Sozial-Karriere). Case Manager im Krankenhaus verdienen im Schnitt rund 4.200 € brutto im Monat (medinfoweb), wobei das Einstiegsgehalt niedriger liegt. In öffentlichen Einrichtungen mit TVöD-Vergütung werden Case Manager häufig in die Entgeltgruppe P8 eingruppiert (Medi-Karriere).Wichtig für die Einordnung: Mit Berufserfahrung, Zusatzqualifikation und in größeren Trägerstrukturen liegen die Gehälter tendenziell am oberen Ende dieser Spanne. Diese Zahlen stammen aus externen Gehaltsportalen und sollten vor Veröffentlichung noch einmal gegen aktuelle, tariflich gesicherte Quellen (z. B. TVöD-Tabellen) geprüft werden.
Wie wird man Case Manager? Voraussetzungen und Weiterbildung
Der Weg zum Case Manager führt in der Regel über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheits- oder Sozialwesen, etwa als Pflegefachkraft oder Sozialarbeiter, plus eine anerkannte Case-Management-Weiterbildung. Die DGCC hat dafür einen eigenen Qualifikationsrahmen entwickelt. Entsprechende Weiterbildungen umfassen üblicherweise zwischen 192 und 216 Unterrichtseinheiten und richten sich gezielt an Pflegekräfte und Fachkräfte aus sozialen Berufen. Viele dieser Programme lassen sich berufsbegleitend und online absolvieren, ein wichtiger Faktor für alle, die bereits im Schichtdienst arbeiten.Die Weiterbildung Case Management in Pflegeeinrichtungen der Fernakademie für Gesundheitsberufe orientiert sich an diesem Qualifikationsrahmen. Sie umfasst einen Gesamtaufwand von rund 360 Zeitstunden, davon rund 60 Stunden für die Facharbeit. Die verbleibenden rund 300 Zeitstunden reine Theorie entsprechen umgerechnet rund 400 Unterrichtseinheiten (UE) à 45 Minuten, und liegen damit über dem allgemeinen Branchenrahmen von 192 bis 216 UE.Hinweis: Die genannten Werte (192 bis 216 Unterrichtseinheiten, DGCC-Qualifikationsrahmen) beschreiben den allgemeinen Branchenstandard für Case-Management-Weiterbildungen in Deutschland, unabhängig vom Anbieter. Die Weiterbildung Case Management in Pflegeeinrichtungen der Fernakademie für Gesundheitsberufe ist auf 12 Monate in Teilzeit mit 10 Lehrheften ausgelegt (keine explizite DGCC-Anerkennung). Bestätigt sind ZFU-Zulassung (Nr. 7444323) und DQR-Stufe 6.
Case Management in der Pflege: Warum sich die Weiterbildung lohnt
Wer als Pflegefachkraft den nächsten Karriereschritt sucht, findet in Case Management eine Möglichkeit, fachliche Verantwortung zu übernehmen, ohne die direkte Pflege komplett zu verlassen. Die Weiterbildung Case Management in Pflegeeinrichtungen an der Fernakademie für Gesundheitsberufe richtet sich genau an diesen Karriereschritt: raus aus der reinen Ausführung, rein in die Versorgungssteuerung, mit mehr Verantwortung und einem breiteren Aufgabenspektrum.Case Management in Pflegeeinrichtungen, die Weiterbildung der Fernakademie für Gesundheitsberufe im Überblick:
Dauer: 12 Monate in Teilzeit, 10 Lehrhefte, ca. 8 bis 9 Stunden Lernaufwand pro Woche, Kurslaufzeit bei Bedarf kostenlos verlängerbar
Umfang: ca. 360 Zeitstunden Gesamtaufwand (davon ca. 60 Stunden Facharbeit), das entspricht ca. 400 Unterrichtseinheiten (UE) reiner Theorie, orientiert am Qualifikationsrahmen der DGCC
Start jederzeit möglich, flexibel neben dem Job
Staatlich geprüfte und zugelassene Weiterbildung (ZFU-Zulassungsnummer 7444323)
AZAV-förderfähig, also über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderbar
30 Fortbildungspunkte für die Registrierung beruflich Pflegender (RegbP) anrechenbar
Für Pflegefachkräfte, Gesundheits- und Krankenpfleger, Sozialpädagogen, Heilerziehungspfleger oder Sozialarbeiter mit mindestens 2 Jahren Berufserfahrung in der Pflege
Unsere Empfehlung
Case Management in PflegeeinrichtungenEntfalte Dein Know-how, um Pflegeprozesse abteilungsübergreifend zu koordinieren, Versorgungsabläufe zu optimieren und als Case Manager die Pflegequalität gezielt zu sichern.
12 Monate
1.890,00 €
Ergänzend interessant: Qualitätsbeauftragter im Gesundheitswesen
Wer sich neben der fallbezogenen Versorgungssteuerung auch für die strukturelle Qualität einer Einrichtung interessiert, findet in dieser Weiterbildung eine sinnvolle Ergänzung. Beide Kurse sprechen dieselbe Zielgruppe an und passen zur gleichen Karriere- und Förder-Logik.
Dauer: 6 Monate im Fernstudium
Abschluss: IHK-Zertifikat
AZAV-förderfähig, also über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit förderbar
Guter Anschluss- oder Kombinationskurs für alle, die nach Case Management zusätzlich Qualitätsmanagement-Kompetenz aufbauen möchten
Unsere Empfehlung
Qualitätsbeauftragter im GesundheitswesenStärke Deine Kompetenz, um Qualitätsziele in der Pflege zu planen, umzusetzen sowie zu dokumentieren und den Standard in Deiner Einrichtung nachhaltig zu sichern.
6 Monate
1.014,00 €
Häufige Fragen zum Case Management
Ist Case Manager eine anerkannte Berufsbezeichnung? Case Manager ist keine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung wie Pflegefachkraft, sondern eine Zusatzqualifikation. Anerkennung erfolgt in der Praxis meist über eine Weiterbildung, die sich am Qualifikationsrahmen der DGCC orientiert.Was ist der Unterschied zwischen Case Management und Care Management? Case Management steuert den Einzelfall (eine konkrete Person mit ihrem Hilfebedarf). Care Management bezieht sich stärker auf die Steuerung des gesamten Versorgungssystems einer Region oder Organisation. In der Praxis überschneiden sich beide Begriffe häufig.Brauche ich eine Pflegeausbildung, um Case Manager zu werden? Nicht zwingend. Ein weiterer Zugang führt über eine Berufsausbildung im Gesundheits- oder Sozialwesen, dazu zählen neben der Pflegeausbildung auch Abschlüsse in der Sozialen Arbeit, plus eine Case-Management-Weiterbildung.Wie lange dauert die Weiterbildung zum Case Manager? Branchenüblich liegen entsprechende Weiterbildungen bei 192 bis 216 Unterrichtseinheiten. Die Weiterbildung Case Management in Pflegeeinrichtungen der Fernakademie für Gesundheitsberufe ist auf 12 Monate in Teilzeit mit 10 Lehrheften ausgelegt, umfasst rund 360 Zeitstunden (davon ca. 60 Stunden Facharbeit) und liegt mit rund 400 Unterrichtseinheiten Theorie über diesem Branchenrahmen. Sie lässt sich bei Bedarf kostenlos verlängern.Was verdient ein Case Manager in der Pflege? Je nach Quelle, Einrichtung und Erfahrung liegen die Gehälter zwischen rund 43.000 € und 55.000 € brutto im Jahr. Genaue Zahlen findest Du im Abschnitt zum Gehalt weiter oben.Was kostet die Weiterbildung zum Case Manager? Bei der Fernakademie für Gesundheitsberufe startet die Weiterbildung Case Management in Pflegeeinrichtungen ab 1.890 €, aufteilbar in 12 Monatsraten à 157,50 €. Es gilt eine 14-tägige Geld-zurück-Garantie.Ist die Weiterbildung zum Case Manager förderfähig? Die Weiterbildung Case Management in Pflegeeinrichtungen ist AZAV-förderfähig und kann somit über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gefördert werden. Ob eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz (QCG) für bereits Beschäftigte möglich ist, sollte im Einzelfall bei der Agentur für Arbeit erfragt werden.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren
Artikel: Qualitätsbeauftragter in der Pflege: Aufgaben, Karrierechancen und Gehalt Qualitätsmanagement gewinnt in der Pflege- und Gesundheitsbranche zunehmend an Bedeutung. Der Artikel zeigt, welche Aufgaben ein Qualitätsbeauftragter übernimmt, welche Voraussetzungen Du mitbringen solltest und wie der Weg in diese Karriere gelingt.
Artikel: Wie wird man Pflegeberater nach § 7a SGB XI? Ein weiteres beratungsnahes Berufsbild in der Pflege: Der Artikel erklärt Aufgaben, Zugangsvoraussetzungen und den Ablauf der Weiterbildung zum Pflegeberater.
Kathlen Eisenmenger begleitet seit 2022 Menschen dabei, ihre Ernährung individuell anzupassen, Entzündungsprozesse zu reduzieren und wieder mehr Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln. Als ganzheitliche Ernährungsberaterin und Greator Life Coach liegt ihr Schwerpunkt auf Darmgesundheit und entzündungsbezogenen Beschwerden. In ihrer Arbeit verbindet sie fundiertes Ernährungswissen mit Mindset-Arbeit sowie alltagstauglichen Strategien für nachhaltige Veränderungen. Als Autorin für die Fernakademie für Gesundheitsberufe schreibt sie regelmäßig über aktuelle Themen rund um Ernährung, Gesundheit und ganzheitliches Wohlbefinden.